Luftrettung

RTH

Neben dem bodengebundenen Rettungsdienst gibt es im gesamten Bundesgebiet auch nahezu flächendeckend Hubschrauberstandorte, die der besseren notärztlichen Versorgung dienen. Generell unterscheidet man dabei zwischen Primäreinsätzen (Notfallversorgung und anschließender schneller Patiententransport), Sekundäreinsätzen (Verlegungen von Patienten zwischen verschiedenen Krankenhäusern) und sonstigen Aufträgen (z.B. Organtransporte).
Unterschieden wird außerdem zwischen den Hubschraubertypen Intensiv-Transport-Hubschrauber (kurz ITH, vorrangig für Primäreinsätze) und Rettungs-Transport-Hubschrauber (RTH, verringerte Ausstattung und Größe gegenüber ITH).


Anhand der Erkrankungs-/Verletzungsmuster eines Patienten entscheidet die jeweilige Rettungsleitstelle, ob ein Rettungshubschrauber alarmiert wird, z.B. auch, sofern kein bodengebundener Notarzt verfügbar ist. Grundsätzlich wird aber auf jeden Fall auch zusätzlich zum Rettungshubschrauber ein Rettungswagen alarmiert.
Die Rettungshubschrauber werden dabei von verschiedenen Betreibern gestellt/besetzt. Die vier größten Betreiber werden hier kurz vorgestellt.
Nähere Informationen zum Thema Luftrettung bzw den anderen Betreibern findet man auch unter www.rth.info.

Falsch-Informationen

Leider gibt es auch im Bereich Rettungsdienst bzw speziell im Fall der Luftrettung Drückerkolonnen, die unter dem Deckmantel der Hilfsbereitschaft versuchen, unnötige Mitgliedschaften und Spenden für Luftrettungsorganisationen zu erschleichen.
Dabei werden von diesen Kolonnen gezielt falsche Informationen über die Luftrettung in Deutschland eingesetzt, um ahnungslose Bürger zu verängstigen. So zum Beispiel, daß Transporte mit dem Rettungshubschrauber selbst bezahlt werden müssen, sofern man kein Mitglied ist.
Richtig ist, daß für den normalen Bürger keine Mitgliedschaften notwendig sind und auch keine zusätzlichen Kosten entstehen, da die Rettungsleistellen über den Einsatz eines Rettungshubschraubers entscheiden!

ADAC Luftrettung GmbH

Zusätzlich zu Pannenhilfe, Fahrsicherheitstrainings, Krankenrückholdiensten und vielen anderen Tätigkeiten stellt der ADAC mit derzeit 51 Rettungshubschraubern an 34 Standorten einen Großteil der deutschen RTH und ITH (Stand: August 2011).
Seit der “ersten Stunde” der deutschen Zivilluftrettung 1968 ist der ADAC bestrebt, die Versorgung durch die Luftrettung immer weiter zu verbessern und auszubauen. Die Indienststellung des ersten Rettungshubschraubers “Christoph 1″ 1970 in München resultierte aus den erschreckend ansteigenden Zahlen der Unfalltoten Ende der sechziger Jahre.
>> Homepage der ADAC Luftrettung

DRF Luftrettung

Die DRF ist aus einer Initiative der Björn-Steiger-Stiftung hervorgegangen und betreibt deutschlandweit über 50 Rettungshubschrauber und 3 Ambulanzflugzeuge an 31 Luftrettungszentren (Stand August 2011).
Auslöser für die Gründung der Stiftung war ein Autounfall 1969, bei dem der 8-jährige Björn Steiger so schwer verletzt wurde, daß er noch vor Eintreffen des viel zu späten Krankenwagens verstarb. Das Eintreffen des Krankenwagens nach knapp einer Stunde zeigte den Eltern damals, wie schlecht das Rettungswesen ausgebaut und koordiniert war.
In den folgenden Jahren war das Ehepaar Steiger mit der Björn-Steiger-Stiftung maßgeblich daran beteiligt, die Qualität des (westdeutschen) Rettungswesens zu verbessern.
>> Homepage der DRF Luftrettung

Bundesministerium des Inneren (BMI)

Seit 1971 stellt das Bundesinnenministerium Rettungshubschrauber für den Rettungsdienst und Katastrophenschutz. Nachdem zwischenzeitlich bis zu 22 Stationen vom Zivilschutz betreut wurden, sind die Standorte mittlerweile auf 12 reduziert worden.
>> Homepage des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

Bundeswehr (Search and Rescue, SAR)

Aufgrund internationaler Verträge ist die Bundesrepublik seit 1956 und somit schon wesentlich länger als die zivile Luftrettung verpflichtet, einen Such- und Rettungsdienst, der unter anderem bei Luft- und Seenotfällen Hilfe leisten kann, zu betreiben. Diese Aufgabe wurde an die Bundeswehr abgegeben.
Seit 1998 zieht sich die Bundeswehr jedoch aus der zivilen Luftrettung zurück, unter anderem aufgrund der internationalen Verpflichtungen zur globalen Friedenssicherung (UNO, NATO, usw.)
Dadurch wurden die einzelnen Rettungszentren entweder ganz abgegeben oder es kam zu einer Kooperation zwischen zivilen Partnern und der Bundeswehr. So werden zwar in Hamburg, Koblenz und Ulm die Hubschrauber nicht mehr von der Bundeswehr gestellt, jedoch kommt das medizische Personal noch aus den jeweiligen Bundeswehrkrankenhäusern. Die Hubschrauber werden von ADAC bzw BMI gestellt.
>> Homepage der Bundeswehr

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